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Wir sind schön genug, titelte Brigitte Woman diese Woche, oder

warum ist das 2013 immer noch ein Thema? Oder, wie die Brigitte-Autorin meint, immer mehr? Ich habe schon viel dazu geschrieben, dass die Anforderungen an Frauen heutzutage enorm sind, Stichworte: beruflich erfolgreich sein, eine funktionierende Beziehung pflegen, Freunde haben, toll dabei aussehen, die Kinder nicht zu vergessen, und jetzt auch noch: sexy sein. Ich frag mich immer schon mit Alice Schwarzer, was bedeutet sexy eigentlich? Soll das heißen, dass ich attraktiv bin? Attraktivität assoziiere ich nicht automatisch mit Sex, sondern mit Ausstrahlung, Energie, Stärke. Oder bedeutet das, wie die Brigitte-Autorin meint, sexuelle Anziehungskraft in jedem Alter, indem dem Schönheitsideal nachgeeifert wird?

Das kann ja wohl nicht sein. Ich meine, jede von uns hat ihre Eitelkeit. Ich auch – in der Zeit, in der ich Bauch-Beine-Po-Kurse besucht habe, hätte ich auch promovieren und mich habilitieren können. Und wer mein Badezimmer sieht, wird kaum auf die Idee kommen, dass ich mehr Wert auf geistige Anregung als auf Aussehen lege. Aber trotzdem, Hand aufs Herz, ist es so schlimm gekommen, wie die Brigitte-Autorin meint, dass Frauen davon abhängig sind, sexy zu sein, weil sie sonst keinen Mann finden, weil dieser in dem Überangebot von den anderen sexy Frauen eine andere auswählt? Ich hoffe nicht. Ich hoffe doch sehr, dass Menschen sich auf anderen Ebenen begegnen als der rein äußerlichen Form. Ich glaube das auch nicht. Ich denke vielmehr, dass unsere Begegnungsebenen weit differenzierter sind. Wie wäre es sonst erklärlich, dass ich eine Frau treffe, mit der ich mich auf den ersten Blick so verbunden fühle, als sei sie meine Schwester, die ich mir immer gewünscht habe?

Was mir aber sehr gut gefallen hat, ist der strategische Vorschlag, der in dem Artikel gemacht wurde: Lasst uns aufhören, uns auch noch gegenseitig fertigzumachen. Versucht, die negativen und abwertenden Gedanken über das Aussehen anderer Frauen, die so konkurrent und selbstverständlich daherkommen,  nicht zu denken. Denn frau fühlt sich damit nur kurzfristig überlegen, in Wirklichkeit werten wir uns selbst ab, wenn wir andere beurteilen. Wenn wir hingegen statt dessen an jeder Frau etwas Positives finden, dann werden wir uns auf lange Sicht auch selbst stark und wohl in unserem Körper fühlen.

In diesem Sinne: lasst es uns versuchen. Und lasst uns diskutieren, was ihr dazu meint und ob es etwas positives bringt!

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4 Kommentare zu Wir sind schön genug, titelte Brigitte Woman diese Woche, oder

  • Nice

    Liebe Janne, die Reduktion der Frau auf das Gefallen-Wollen finde ich daran am fragwürdigsten. Männer und Frauen sind in erster Linie einmal Menschen, gleich geboren. Die Unterschiede rühren meiner (und der Ansicht Simone de Beauvoirs) nach hauptsächlich aus Erziehungsmustern. Entweder schön oder klug, entweder intelligent oder sexy? Hallo? Ist ja auch einfach, wenn Frauen als Konkurrentinnen auf gut bezahlte Jobs mit der schlichten Bemerkung: klug, aber verbissen und hässlich abgewatscht werden können. Übrigens von Männern wie Frauen! Der wahre Hintergrund von Feminismus ist doch gerade nicht, Männer von Frauen zu separieren und ihre Unterschiede zu pflegen, schon gar nicht so genannte “biologische”, sondern sie als Menschen mit all ihren Facetten wert zu schätzen. Dann erscheint es auch nicht mehr verrückt, Geld in Pflege und Klamotten und Schuhe zu investieren. Wenn es nicht der Lebenszweck ist, ist doch alles prima, was dazu beiträgt sich in seiner Haut wohl zu fühlen. Schließlich wird man von Creme und Make up und tollen Schuhen nicht dümmer. Und ein kluges Gesicht sieht doch wohl im Alter allemal besser aus als ein dümmliches :)

  • Irit

    zum letzten Satz: das ist nicht nur im Alter so…

    Ich habe da noch eine Anekdote im Angebot: meine große Tochter (9) philosophierte kürzlich darüber, das wahre Schönheit ja von innen kommt und das eigentlich nur das zählen würde. Da kam denn auch, dass es ja nichts nützen würde, wenn jemand zwar gut aussähe, aber blöd wäre.

    So weit, so gut. Der Abschluss der Überlegungen war dann: aber am besten ist es eigentlich, wenn man innen und außen schön ist… ich musste so lachen

    Ich bevorzuge innen vor außen. Ein Kollege erzählte mir mal, er saß im Café zufällig mit einer ihm fremden Frau am Tisch, die eher häßlich war. Man kam ins Gespräch und er meinte: sie wurde mit jedem (klugen) Satz schöner.

  • Janne

    Das ist doch immer so: Die Menschen, die ich liebe, sind alle total schön, was denn sonst??

  • Carlotta

    Ich bin natürlich ganz eurer Meinung, erlebe aber im Umfeld von jungen Kollegen beiderlei Geschlechts eher etwas anderes. Ich habe oft das Gefühl, die reduzieren sich selbst nur auf ihr Äußeres und andere sowieso.
    Den Brigitte Woman-Artikel fand ich witzig, poentiert und ziemlich treffend.

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